Die meisten „Über-mich“-Seiten haben ein Problem.
Sie sind entweder zu viel – oder gar nichts.
Zu viel „Ich“ fühlt sich schnell wie Selbstdarstellung an. Zu wenig Persönlichkeit wirkt kalt, austauschbar und beliebig.
Und genau dazwischen entsteht dieser typische Text, den keiner wirklich liest – und der vor allem eins nicht schafft:
Dabei ist die „Über-mich“-Seite eine der wichtigsten Seiten deiner gesamten Website.
Nicht, weil Menschen neugierig sind, wer du bist. Sondern weil sie prüfen:
- Kann ich dieser Person vertrauen?
- Passt das zu mir?
- Will ich mit ihr arbeiten?
Und genau diese Fragen musst du beantworten.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ich habe mal eine „Über mich“-Seite überarbeitet, die ehrlich gesagt ein komplettes Sammelbecken aus Coaching- und Agenturfloskeln war. Da standen Sätze wie: „Schon immer war es meine Leidenschaft, Menschen zu helfen.“ Oder: „Mit Herzblut begleite ich meine Kunden auf ihrem Weg.“ Und ehrlich: Nach drei Absätzen wusste man immer noch nicht, was diese Person eigentlich konkret macht — oder warum man gerade mit ihr arbeiten sollte. Das Problem an vielen „Über mich“-Seiten ist:
Sie erzählen unglaublich viel — aber sagen fast nichts. Zu viel Lebenslauf. Zu viel Selbstbeschreibung. Zu wenig Relevanz für den Besucher. Wir haben deshalb radikal umgebaut. Raus: – allgemeine Persönlichkeitsbeschreibungen – leere Motivationssätze – Standardfloskeln über Leidenschaft und Vision Rein: – konkrete Beobachtungen aus der Arbeit – klare Haltung – typische Probleme der Zielgruppe – echte Denkweise der Person Nicht mehr: „Ich begleite Menschen empathisch.“
Sondern eher: „Ich erkenne oft innerhalb weniger Minuten, wo sich Unternehmer selbst ausbremsen — obwohl sie fachlich längst gut genug sind.“ Plötzlich hatte die Seite Substanz. Weil Menschen nicht nur erfahren haben, WER die Person ist — sondern wie sie denkt und worin ihre eigentliche Stärke liegt. Und genau das wird bei „Über mich“-Seiten komplett unterschätzt: Menschen wollen dort nicht nur Sympathie. Sie wollen einschätzen können:
„Warum sollte genau diese Person mir wirklich helfen können?“
Es geht um dich – aber nicht für dich
Viele schreiben ihre „Über-mich“-Seite wie einen Lebenslauf.
Ausbildung. Stationen. Erfahrungen.
Alles korrekt – aber völlig wirkungslos.
Denn dein Besucher denkt nicht:
„Spannend, wo die gearbeitet hat.“
Er denkt:
- „Versteht die mich?“
- „Kann die mir helfen?“
- „Fühl ich mich hier richtig?“
Das heißt:
Du darfst von dir erzählen – aber immer durch die Brille deiner Kunden.
Nicht: „Was will ich sagen?“ Sondern: „Was muss mein Gegenüber hören, um Vertrauen zu fassen?“
Warum du tust, was du tust – das ist der eigentliche Hebel
Menschen kaufen keine Leistungen. Sie kaufen Überzeugung. Wenn jemand versteht, warum du das machst, was du machst, entsteht etwas, das kein Angebot ersetzen kann: Verbindung. Nicht dieses künstliche „Ich liebe es, Menschen zu helfen“-Blabla. Sondern echte Gründe. Was dich antreibt. Was dich stört. Warum du Dinge anders machst als andere. Das ist der Punkt, an dem deine Seite beginnt, zu wirken.
Persönlichkeit ja – aber bitte ohne Bühne
Viele haben Angst, dass ihre Seite zu persönlich wird.
Andere kippen komplett in die andere Richtung – und erzählen plötzlich Dinge, die niemand wissen will.
Die Wahrheit liegt dazwischen.
Du musst nicht dein Privatleben ausbreiten. Aber du darfst greifbar sein.
Ein klares Foto. Ein paar echte Sätze. Ein Eindruck davon, wie du tickst.
Nicht inszeniert. Nicht geschniegelt.
Sondern so, dass man merkt:
- Das ist ein Mensch. Kein Baukasten-Text.
Vertrauen entsteht durch Klarheit – nicht durch Storytelling
Viele denken, sie müssten eine große Geschichte erzählen.
Mit Wendepunkten. Krisen. Transformation.
Kann man machen.
Muss man nicht.
Was wirklich zählt, ist Klarheit.
Dein Besucher muss am Ende verstehen:
- Wer du bist
- Wofür du stehst
- Für wen du arbeitest
- Wie du arbeitest
Und vor allem:
- Warum er bei dir richtig ist
Wenn das nicht klar ist, bringt dir die schönste Geschichte nichts.
Die größte Schwäche: kein Abschluss
Die meisten „Über-mich“-Seiten enden im Nichts.
Kein Übergang. Keine Richtung. Kein nächster Schritt.
Das ist verschenktes Potenzial.
Denn genau hier ist der Moment, in dem Vertrauen entsteht.
Und Vertrauen braucht eine Fortsetzung.
Sag klar, wie es weitergeht:
- Angebot ansehen
- Erstgespräch buchen
- Kontakt aufnehmen
Ohne diesen Schritt bleibt deine Seite einfach nur ein netter Eindruck.
Und genau das kostet dich Anfragen.
Eine gute „Über-mich“-Seite fühlt sich nicht wie Marketing an
Sie fühlt sich an wie ein echtes Kennenlernen.
Klar. Unaufgeregt. Verständlich.
Nicht laut. Nicht übertrieben. Nicht peinlich.
Sondern so, dass jemand denkt:
- „Okay. Die passt.“
Und genau das ist der Moment, in dem aus Interesse Vertrauen wird.
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