Wochenbilanz mit Claude: So wertet die KI deinen Monat aus, ohne dass du Tabellen pflegst

Beitragsbild: Keine Tabelle. Trotzdem Bilanz.

Jede Monatsbilanz scheitert am selben Punkt: am Eintragen. Vier Wochen lang jeden Abend aufschreiben, was du gemacht hast, mit Kategorie und Zeit. In der ersten Woche klappt das, in der zweiten wird es lückenhaft, und in der dritten liegt die Tabelle. Am Monatsende fehlen genau die Zahlen, auf die es ankommt.

Ich habe meine Tabelle lange von Hand geführt. Seit Oktober führt sie Claude. Wie das funktioniert, was du dafür brauchst und wo die Grenzen sind, steht in diesem Artikel.

Warum Claude die Daten schon hat

Wer mit Claude ernsthaft arbeitet, hält fest, was erledigt wurde. Bei mir passiert das in einem Dokument, das ich „Aktueller Stand“ nenne. Nach jedem Arbeitsblock schreibt Claude dort hinein, was fertig ist, wo es liegt und was ich entschieden habe. Dieses Dokument liest Claude am Anfang jeder Sitzung, damit es weiß, wo wir stehen.

Damit ist das Tagebuch schon da. Es fehlen nur zwei Angaben pro Eintrag: eine Kategorie und die Zeit. Wenn Claude die beim Schreiben gleich mitnotiert, entsteht die Datengrundlage für deine Bilanz nebenbei, ohne dass du abends eine Zeile tippst.

Die vier Kategorien

Jeder Eintrag bekommt genau eine von vier Kategorien: Umsatz für bezahlte Kundenarbeit, Akquise für Arbeit an Geld, das noch nicht beauftragt ist, Aufbau für alles Bleibende wie Produkte, Seiten oder Vorlagen, und Verwaltung für das, was sein muss und nichts hinterlässt.

Wichtig ist eine zweite Angabe: wer gearbeitet hat. Wenn Claude eine Stunde lang eine Seite baut und du in der Zeit einkaufen gehst, ist das keine Stunde deiner Arbeitszeit. Wer das vermischt, hat am Monatsende einen Monat, der voller aussieht, als er war. Warum die Zuordnung so entscheidend ist und was bei mir schiefging, als sie fehlte, habe ich in einem eigenen Artikel aufgeschrieben: Laut meiner Monatsbilanz habe ich kaum Akquise gemacht.

Die Wochenbilanz am Sonntag

Am Sonntag schreibe ich „Wochenbilanz“. Claude rechnet aus dem Stand zusammen, wie viele Stunden in jede Kategorie gegangen sind, was fertig geworden ist und was davon schon draußen ist. Dazu zeigt es, welche Punkte zum zweiten oder dritten Mal auftauchen. Das sind die Schleifen, die im Alltag niemand bemerkt.

Danach kommen drei Fragen, eine nach der anderen: Was hat diese Woche Kraft gekostet, und war das nötig? Was hat etwas gebracht? Was ist nächste Woche die eine Sache, die zuerst passieren muss? Die Antwort auf die dritte Frage landet ganz oben auf meiner Umsetzungsliste. Das Ganze dauert zehn Minuten.

Die Monatsbilanz am Monatsanfang

Die Monatsbilanz ist gründlicher und hat eine feste Reihenfolge. Erst die Zahlen, dann die Fragen, dann der Fahrplan. Wer mit der Reflexion anfängt, antwortet aus dem Gefühl, das der letzte Kunde hinterlassen hat.

Bei den Zahlen beantwortet Claude fünf Fragen: Wohin ist die Zeit gegangen? Was hat jeder Kunde an Stunden gekostet, und was hat er bezahlt? Was hat sich wiederholt? Wie viel Akquise war es, und was ist daraus geworden? Was wurde gebaut, und arbeitet es schon? Für die zweite Frage braucht Claude eine einfache Liste deiner Rechnungen, sonst bleibt sie offen.

Danach stellt Claude sieben Fragen zur Reflexion, jede einzeln. Vor der Frage nach deinem Ziel legt es dir wörtlich vor, was du dir im letzten Monat vorgenommen hast. Bei meiner ersten Monatsbilanz habe ich genau an dieser Stelle gemerkt, dass ich mein eigenes Ziel nicht mehr wörtlich wusste.

Am Ende legt Claude deine Antworten als nummerierte Liste vor und fragt, ob das dein Fahrplan ist. Der Fahrplan kommt von dir. Claude schreibt ihn auf, mehr nicht.

Was Claude dabei nicht darf

Damit eine Bilanz etwas taugt, braucht sie Regeln, und die gelten für Claude genauso wie für eine menschliche Assistenz.

  • Nichts erfinden. Fehlt bei einem Eintrag die Zeit, sagt Claude das, statt zu schätzen.
  • Jede Zahl belegen. Zu jeder Summe steht, aus welchen Einträgen sie kommt.
  • Eine Frage pro Nachricht. Gebündelte Fragen werden schnell und oberflächlich beantwortet.
  • Kein Mutmachen und keine Bewertung. Claude darf einer Antwort widersprechen, wenn die Zahlen etwas anderes zeigen, und muss das belegen.
  • Was du bewusst offenlassen willst, bleibt offen und wird im nächsten Monat nicht wieder aufgedrängt.

Wo die Grenzen liegen

Claude wertet aus, was im Stand steht. Arbeit, die dort nie auftaucht, fehlt auch in der Bilanz. Telefonate, Gespräche auf Veranstaltungen und spontane Nachrichten vom Handy sind die typischen Lücken. Ich sage Claude solche Dinge inzwischen kurz an, dann landen sie mit im Stand.

Die zweite Grenze ist die Zeit. Claude kann gut schätzen, wie lange es selbst gearbeitet hat, bei deiner eigenen Zeit ist es auf deine Angaben angewiesen. Eine grobe Angabe reicht, eine halbe Stunde hin oder her verändert das Bild kaum.

So fängst du an

Du brauchst ein Claude-Projekt, in dem Claude dein Business kennt, und ein Dokument, in dem festgehalten wird, was passiert. Wenn du das schon hast, kannst du heute anfangen: Bitte Claude, ab sofort jeden Eintrag mit Kategorie und Zeit zu versehen, und frag am Sonntag nach der Wochenbilanz.

Wenn du lieber erst von Hand ausprobieren willst, wie sich so eine Bilanz anfühlt, gibt es meine Bilanz-Tabelle kostenlos als Google-Tabelle zum Kopieren.

Claude Brain mit Bilanz-Skill

In Claude Brain ist das alles schon eingerichtet. Der Setup-Skill legt Stand-Dokument, Umsetzungsliste und Regeln für dein Business an, der Bilanz-Skill ergänzt Kategorien, Zeiten und das Rechnungsdokument und stellt dir sonntags und am Monatsanfang die Fragen. Du schreibst „Wochenbilanz“, den Rest erledigt Claude.

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Und eine Frage zum Schluss: Wenn du heute deine letzte Woche auswerten müsstest, woher würdest du die Zahlen nehmen?

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