Vor ein paar Tagen hat mir ein Interessent am frühen Abend den Link zu seiner Website geschickt. Knapp eine Stunde später hatte er von mir vier Befunde, die er selbst nachprüfen kann, und ein Angebot in drei Bausteinen, alles schriftlich.
Möglich ist das, weil ich mit zwei Tools und meinem eigenen Blick arbeite und weil die Reihenfolge feststeht. Die Tools liefern Daten, ich entscheide, was davon zählt. Wie das abläuft, zeige ich dir hier.
Warum ich Einschätzungen schriftlich gebe
Ein Telefonat fühlt sich persönlicher an, hinterlässt aber wenig. Nach zwanzig Minuten hat der Interessent viele Eindrücke und keine Liste. Eine schriftliche Einschätzung kann er in Ruhe lesen, weiterleiten und mit seinem Team besprechen. Und jeder Befund ist nachprüfbar, das schafft mehr Vertrauen als jedes Gespräch.
So gehe ich vor
- Zuerst schaue ich selbst in den Quelltext. Titel, Beschreibung für Google, Überschriften, Bilder und Seitenstruktur. Das dauert zehn Minuten und zeigt mir, wo ich später genauer hinschauen muss.
- Dann läuft meine Website-Diagnose. Sie bewertet die Seite aus fünf Blickwinkeln: Anwender, Marketing, Vertrieb, Design und Technik, SEO und KI-Sichtbarkeit. Nach rund drei Minuten liegt das Ergebnis vor, mit Stufen für jeden Befund.
- Danach kommt ein SEO-Tool. Ich nutze dafür SEORCH, das kostenlos ist. Es zeigt mir, welche Begriffe auf der Seite am stärksten sind, wie schnell sie am Handy lädt und wie die Überschriften aufgebaut sind.
- Jetzt vergleiche ich. Wo sich die Tools einig sind, ist der Befund sicher. Wo sie sich widersprechen, schaue ich selbst nach. Diesmal meldete die Diagnose, die Überschriften würden von der ersten direkt auf die dritte Ebene springen. Ich hatte im Quelltext Überschriften der zweiten Ebene gesehen und den Punkt schon streichen wollen. Das SEO-Tool bestätigte aber die Diagnose: Die Überschriften der zweiten Ebene kommen erst weiter unten. Ohne den Abgleich hätte ich einen richtigen Befund gestrichen.
- Dann wähle ich aus. Der Interessent bekommt die vier Befunde, die er selbst sofort nachprüfen kann und die am meisten kosten. Der Rest bleibt für die eigentliche Arbeit.
- Zum Schluss kommt das Angebot in Bausteinen, jeder mit eigenem Preis, dazu ein Paketpreis. So kann er klein anfangen oder alles auf einmal machen.
Die vier Befunde, anonymisiert
Diese vier Punkte finde ich in ähnlicher Form auf vielen Seiten. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die eigene.
- Der wichtigste Suchbegriff stand nur im Seitentitel und in der Beschreibung für Google. Im Text der Startseite kam er kein einziges Mal vor, und eine Region tauchte gar nicht auf.
- Die Abschnitte im Website-Baukasten hießen noch so, wie der Baukasten sie automatisch benennt, also „Kopie von Unbenannt“. Suchmaschinen lesen das mit. Auf der Seite gehörten „Kopie“ und „Unbenannt“ zu den häufigsten Begriffen überhaupt.
- Am Handy dauerte es knapp zehn Sekunden, bis die Hauptinhalte sichtbar waren. Am Rechner war alles schnell. Wer über eine Anzeige am Handy kommt, wartet also erst einmal.
- Unter der großen Hauptüberschrift fehlte eine Zeile, die sagt, was angeboten wird. Die Überschrift war ein Slogan, und ein Besucher musste erst scrollen, um zu verstehen, worum es geht.
Was die Tools machen und was ich mache
Die Tools sind schnell und gründlich. Sie finden fehlende Bildbeschreibungen, zählen Begriffe und messen Ladezeiten. Was sie nicht können: abwägen, was für dieses Unternehmen zuerst zählt. Ein fehlender Suchbegriff wiegt für einen regionalen Anbieter schwerer als für einen Onlineshop. Diese Gewichtung ist meine Arbeit, und genau dafür bezahlen Kunden.
So prüfst du deine eigene Seite
- Steht dein wichtigster Suchbegriff im sichtbaren Text der Startseite, zusammen mit deiner Region?
- Haben die Abschnitte in deinem Baukasten echte Namen, oder heißen sie noch „Kopie“ oder „Abschnitt 3“?
- Wie lange dauert es am Handy, bis man sieht, was du anbietest? Teste es im Mobilnetz und nicht im WLAN.
- Sagt die Zeile unter deiner Hauptüberschrift, was du anbietest und für wen?
Wenn du wissen willst, wie deine Website von außen wirkt
Meine Website-Diagnose prüft deine Seite aus fünf Blickwinkeln und zeigt dir mit Stufen, was zuerst dran ist. Das Ergebnis hast du nach wenigen Minuten. Alle Infos findest du hier: Website-Diagnose
Häufige Fragen
Reicht nicht eines der Tools?
Für einen ersten Eindruck ja. Für eine Einschätzung, auf die jemand Geld ausgibt, nicht. Erst der Abgleich zeigt, welche Befunde sicher sind und wo ein Tool danebenliegt.
Muss ich dafür programmieren können?
Nein. Den Quelltext einer Seite kann jeder Browser anzeigen, und die Tools brauchen nur die Adresse. Schwierig ist das Gewichten, nicht das Technische.
Wie lange dauert so eine Einschätzung?
Bei mir knapp eine Stunde, weil der Ablauf feststeht. Ohne festen Ablauf dauert es länger, und am Ende fehlt meistens die Auswahl, was zuerst wichtig ist.
