Bei einem Kunden gab es ein Kontaktformular auf der Website. Sauber eingebaut, technisch in Ordnung. Nur: Es kam fast nie etwas darüber rein. Die Schlussfolgerung im Betrieb war: „Die Leute haben halt kein Interesse.“ Die echte Ursache war eine andere.
Das Formular war drei Klicks tief versteckt, verlangte mehr Angaben als nötig und gab nach dem Absenden keine Rückmeldung. Wer es überhaupt fand, wusste danach nicht, ob seine Nachricht angekommen war. Kein Wunder, dass kaum jemand den Weg zu Ende ging.
Das ist ein Muster, das ich immer wieder sehe. Der Mangel liegt selten am Interesse. Er liegt am Weg, den der Interessent gehen müsste – und der ist oft länger, holpriger und unsicherer, als der Betreiber glaubt. Niemand merkt es, weil niemand den eigenen Weg je als Fremder geht.
Wenn niemand anfragt, liegt es selten an fehlendem Interesse. Meist liegt es am Weg dorthin.
Jeder zusätzliche Klick, jedes überflüssige Pflichtfeld, jede fehlende Bestätigung kostet dich Anfragen. Nicht weil dein Angebot schlecht ist, sondern weil du es dem Interessenten unnötig schwer machst, Ja zu sagen.
Der Test ist simpel: Geh selbst über dein Handy auf deine Seite und versuch, dich zu kontaktieren, als wärst du ein Fremder. Wie viele Schritte? Wie viele Felder? Bekommst du eine Rückmeldung? Genau da entscheidet sich, ob aus Interesse eine Anfrage wird.
So hilft dir KI dabei
Den Weg als Fremder zu gehen, fällt dir als Betreiber schwer, weil du ihn auswendig kennst. Hier kann KI einspringen. Mach auf dem Handy Screenshots von jedem Schritt, vom Einstieg auf der Startseite über das Formular bis zu dem, was nach dem Absenden erscheint. Gib die Bilder der KI in der richtigen Reihenfolge und bitte sie, den Weg als Interessent zu beschreiben, der dich zum ersten Mal kontaktieren will.
Sie soll jeden Klick zählen, jedes Pflichtfeld hinterfragen und jede Stelle benennen, an der sie unsicher wäre. So landen die versteckte Lage, die überflüssigen Angaben und die fehlende Bestätigung auf einer Liste, bevor weitere Anfragen verloren gehen.
Sie sieht allerdings nur, was du ihr zeigst. Den Test selbst auf dem Handy machst du trotzdem, und welche Felder wirklich nötig sind, entscheidest du.
Häufige Fragen
Wie viele Felder sollte ein Kontaktformular haben?
So wenige wie möglich. Name, Nachricht, eine Kontaktmöglichkeit reichen meist. Jedes Pflichtfeld mehr senkt die Zahl der Absendungen.
Reicht ein Formular, oder brauche ich mehr Kontaktwege?
Biete mehrere an – Formular, Mail, Telefon, Messenger – aber führe klar zu einem bevorzugten. Auswahl ja, Verwirrung nein.
Woran sehe ich, dass mein Weg zu kompliziert ist?
Wenn du selbst auf dem Handy mehr als ein paar Sekunden brauchst, um dich zu kontaktieren, ist er zu kompliziert.
Kann KI mein Kontaktformular testen?
Absenden kann sie es nicht, aber sie kann den Weg anhand deiner Screenshots Schritt für Schritt durchgehen und jede Hürde benennen. Dazu gehören zu viele Klicks, überflüssige Pflichtfelder und eine fehlende Bestätigung. Den echten Test auf dem Handy ersetzt das nicht.
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