Corporate Design und Kampagne mit KI: wenn das Agenturbudget fehlt

Beitragsbild: Ohne Agentur

Neulich beim Abendessen hat mir ein Bekannter von seinem neuen Auftrag erzählt. Er soll für seinen Arbeitgeber eine Marketingkampagne aufsetzen. Das vorhandene Material ist schlecht, ein festgelegtes Corporate Design gibt es nicht, und seiner Chefin hatte er bereits erklärt, dass allein die Entwicklung dieses Designs bei einer Agentur einen hohen vierstelligen Betrag kosten würde.

Ich habe gelacht und gesagt, dass Claude sein Problem lösen kann. Er hat mich ziemlich irritiert angeschaut, obwohl er viel mit KI arbeitet. Er nutzt ChatGPT, und zwar so, wie es die meisten tun: in einzelnen Chats, jedes Mal von vorn.

In seinem ganzen Vorhaben habe ich keine einzige Aufgabe gesehen, die Claude nicht für ihn umsetzen kann, und zwar ohne zusätzliche Agentur. Die Voraussetzung dafür ist allerdings eine andere, als die meisten vermuten: Für ein solches Projekt braucht die KI ein Gedächtnis für das Unternehmen, und das bekommt sie in einzelnen Chats nicht.

Was ich an diesem Abend eigentlich gesehen habe

Auf den ersten Blick war das ein Budgetproblem: Die Kampagne soll starten, die Grundlage fehlt, und die Grundlage kostet Geld, das niemand eingeplant hat. So wird in vielen Unternehmen gerechnet. Also wird die Kampagne verschoben, oder sie startet mit dem schlechten Material, das eben da ist.

Mit etwas Abstand sah ich etwas anderes. Mein Bekannter kennt sein Unternehmen, er weiß, wen die Kampagne erreichen soll, und er arbeitet täglich mit KI. Alles, was er für das Projekt braucht, hat er also schon. Ihm fehlt nur eine Arbeitsweise, in der die KI dieses Wissen über Wochen behält, statt es nach jedem Chat wieder zu vergessen.

Das ist ein Muster, das ich in Unternehmen oft sehe. Eine Aufgabe wirkt teuer, weil sie mit dem gewohnten Vorgehen tatsächlich teuer ist. Sobald sich das Vorgehen ändert, schrumpft auch der Preis. Warum sich das allerdings nicht eins zu eins auf jede Dienstleistung übertragen lässt, habe ich in „Mit KI müsste das doch billiger gehen“ beschrieben.

Was in so einem Vorhaben steckt

Eine Kampagne ohne Corporate Design besteht eigentlich aus zwei Projekten. Zuerst muss festgelegt werden, wie das Unternehmen aussieht und klingt: Farben, Schriften, Bildsprache und Tonfall, dazu die Regeln, wie das alles zusammengehört. Danach folgt die eigentliche Kampagne mit Texten, Motiven, Anzeigen und Vorlagen, die sich an genau diese Regeln halten.

Jeder dieser Schritte lässt sich heute mit Claude erarbeiten, das Designsystem ebenso wie die Motive, die Texte und die Vorlagen für die weitere Arbeit.

Warum das in einzelnen Chats scheitert

Ein Corporate Design lebt davon, dass es überall gleich angewendet wird. In einem neuen Chat weiß die KI davon nichts mehr: welche Farben festgelegt wurden, welcher Ton gilt, welche Entwürfe verworfen wurden und aus welchem Grund. Wer so arbeitet, bekommt in jedem Chat ein ordentliches Einzelstück und am Ende eine Kampagne, die aussieht, als hätten fünf verschiedene Leute daran gearbeitet.

Woran du merkst, dass deine KI für dein Unternehmen kein Gedächtnis hat:

  • Du erklärst zu Beginn jedes Chats wieder, wer du bist und was du anbietest.
  • Die Entwürfe klingen jedes Mal ein bisschen anders, obwohl du immer dasselbe willst.
  • Korrekturen, die du letzte Woche gemacht hast, musst du diese Woche wieder machen.
  • Am Ende setzt du die Ergebnisse doch selbst zusammen, weil keiner der Chats das Ganze kennt.

Arbeitet Claude dagegen in einem festen System, in dem der aktuelle Stand, die getroffenen Entscheidungen und die Regeln für das Unternehmen hinterlegt sind, baut jeder neue Auftrag auf dem vorherigen auf. Die Farben aus der ersten Woche gelten dann auch für die Anzeige in der dritten, ohne dass jemand sie erneut erklären muss.

Wie so ein Projekt mit Claude abläuft

Der Ablauf ist weniger technisch, als viele denken, und er folgt immer derselben Reihenfolge:

  1. Das Briefing ablegen. Alles, was über das Unternehmen schon bekannt ist, kommt einmal ins System: Angebot, Zielgruppe, Tonfall, vorhandenes Material, dazu das, was auf keinen Fall passieren darf.
  2. Richtungen entwerfen lassen. Claude schlägt mehrere Richtungen für Farben, Schriften und Bildsprache vor, abgeleitet aus dem Briefing.
  3. Entscheiden und festhalten. Du wählst eine Richtung, und die Entscheidung wird als Regel im System gespeichert, mit Begründung.
  4. Die Kampagne bauen. Texte, Motive und Vorlagen entstehen auf Grundlage dieser Regeln, eins nach dem anderen.
  5. Prüfen und nachschärfen. Jede Korrektur wird einmal festgehalten, damit sie beim nächsten Stück nicht wieder nötig ist.

Die Umsetzung übernimmt Claude, die Entscheidungen triffst du.

Was stattdessen Arbeit macht

Statt einer hohen Agenturrechnung kostet so ein Projekt ein gutes Briefing an Claude und etwas Zeit. Das Briefing kann dir niemand abnehmen, weil nur du weißt, wofür dein Unternehmen steht. Bevor der erste Entwurf entsteht, lohnt es sich, diese Punkte schriftlich festzuhalten:

  • wen die Kampagne erreichen soll und was diese Menschen danach tun sollen
  • was das Unternehmen anbietet und was es von anderen unterscheidet
  • wie es klingen soll, am besten mit zwei oder drei Beispielen, die schon gut ankamen
  • was auf keinen Fall passieren darf, von Farben bis zu Formulierungen

Wer diese Antworten einmal sauber ablegt, muss sie nie wieder erklären. Die Denkarbeit steckt dann einmal im System, und die Umsetzung geht danach schnell.

Genau dafür habe ich Claude Brain entwickelt

Das System, von dem ich hier spreche, nutze ich selbst jeden Tag. Claude kennt mein Unternehmen, liest in jeder Sitzung zuerst den aktuellen Stand, weiß, was es allein erledigen darf und wo es fragen muss, und hält jeden Fehler einmal als Regel fest. Auf diese Weise sind bei mir Landingpages, Werkzeuge und ganze Produkte entstanden, ohne dass ich jedes Mal bei null anfangen musste.

Dieses System habe ich so aufgeschrieben, dass du es für dein eigenes Unternehmen übernehmen kannst, und daraus ist Claude Brain entstanden. Du bekommst einen Leitfaden, einen Setup-Skill und fünf Vorlagen. Der Skill stellt dir höchstens acht Fragen zu deinem Unternehmen und legt danach dein Stand-Dokument, deine Umsetzungsliste, deine Freigabe-Regeln und deine Lehren-Liste an. Zum Schluss arbeitet er mit dir den ersten echten Auftrag ab.

Für ein Projekt wie das meines Bekannten heißt das: Das Briefing liegt einmal im System, jede Entscheidung zum Design bleibt gespeichert, und die Kampagne entsteht Stück für Stück auf derselben Grundlage. Claude Brain kostet bis zum 31. Oktober 79 €, danach 97 €. Voraussetzung ist ein bezahltes Claude-Abo, Pro reicht.

Dir begegnen Begriffe wie Prompt, Token oder KI-Agent, und du willst sicher sein, was dahintersteckt? In meinem Artikel KI-Begriffe erklärt stehen zwanzig Begriffe in Klartext, jeweils mit dem, was sie für dein Business bedeuten.

Häufige Fragen

Kann KI ein komplettes Corporate Design entwickeln?

Farbwelt, Schriftkombination, Gestaltungsregeln und Vorlagen lassen sich mit Claude erarbeiten. Welcher Entwurf zum Unternehmen passt, entscheidest weiterhin du.

Reicht dafür ChatGPT?

Entscheidend ist weniger das Werkzeug als die Frage, ob die KI den Stand deines Projekts über viele Sitzungen behält. Wer in einzelnen Chats arbeitet, fängt jedes Mal von vorn an.

Wie lange dauert so ein Projekt?

Das hängt vor allem davon ab, wie viel über das Unternehmen schon schriftlich vorliegt. Je klarer das Briefing, desto schneller die Umsetzung.

Brauche ich danach gar keine Agentur mehr?

Für viele Aufgaben nicht. Hilfe von außen lohnt sich, wenn dir die Zeit für das Briefing fehlt oder du einen Blick von außen auf deine Positionierung brauchst.

Deine KI soll dein Unternehmen kennen?

Mit Claude Brain richtest du dir das System ein, mit dem ich selbst jeden Tag arbeite. Stand, Regeln und Entscheidungen liegen einmal fest, und jeder neue Auftrag baut auf dem letzten auf.

Zu Claude Brain →

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