Viele Betriebe wollen, dass das ganze Team bei Social Media mitzieht: Fotos liefern, Einblicke geben, mal einen Beitrag teilen. Der naheliegende Weg ist eine Anleitung, die alle in Ruhe durchgehen können. Ich habe genau das einmal gemacht, und es hat nichts gebracht. Das Verständnis dafür, warum Sichtbarkeit alle angeht, entsteht, wenn alle gemeinsam im Raum sitzen und an eigenen Beispielen arbeiten.
Ein Videokurs, den niemand zu Ende geschaut hat
Für einen Kunden aus der Kulturbranche habe ich vor einiger Zeit einen kleinen Videokurs für das Team produziert. Darin ging es um die Grundlagen: warum es wichtig ist, dass alle ab und zu Material liefern, wie Interaktionen auf Social Media funktionieren und wie das, was vor Ort passiert, mit der Sichtbarkeit im Netz zusammenhängt.
Der Kurs ging als Link an das ganze Team. Die Wirkung war gleich null. Ein Teil des Teams fühlte sich davon nicht angesprochen, und am Verhalten hat sich nichts geändert.
Was dabei schiefgelaufen ist
Im Rückblick lag das Problem weniger am Inhalt als am Format. Ich hatte den Schmerz richtig erkannt: Das Team liefert kein Material, und ohne Material gibt es keine Sichtbarkeit. Aber ich hatte die falsche Form gewählt, um daran etwas zu ändern.
Ein Link in einer Mail ist eine Einladung, die man ignorieren kann. Niemand merkt, ob du ihn geöffnet hast. Niemand fragt nach. Und wer ohnehin skeptisch ist, sieht darin keinen Grund, seine Meinung zu ändern.
Warum man Verständnis nicht verschicken kann
Wissen lässt sich gut verschicken. Eine Anleitung, wie man ein Foto hochlädt, funktioniert als Video wunderbar. Verständnis ist etwas anderes. Die Einsicht, warum der eigene Beitrag für den ganzen Betrieb wichtig ist, entsteht im Gespräch, im Widerspruch und an Beispielen, die man selbst kennt.
Dazu kommt die Dynamik im Team. Wenn alle gleichzeitig im Raum sitzen und die Chefin oder der Chef dabei ist, entsteht eine gemeinsame Erwartung, die niemand ausspricht und die trotzdem jeder spürt. Allein vor dem Bildschirm gibt es diese Erwartung nicht.
Was stattdessen funktioniert
Wenn du dein Team für Social Media gewinnen willst, hol alle an einen Tisch, für eine gemeinsame Stunde mit Beispielen aus eurem eigenen Betrieb:
- Zeig echte Beiträge von euch, die gut gelaufen sind, und frag, warum.
- Zeig, welche Fragen Kunden stellen, und überlegt gemeinsam, wer im Team die besten Antworten darauf hat.
- Legt gemeinsam fest, wer was liefert und in welchem Rhythmus.
- Die Chefin oder der Chef sitzt dabei, und zwar die ganze Stunde.
Eine Stunde gemeinsam im Raum bewirkt mehr als ein Kurs, den jeder allein anschauen soll. Die Anleitung zum Nachschlagen kann es danach trotzdem geben, als Ergänzung für die, die schon überzeugt sind.
Wenn einzelne Personen nicht mitmachen wollen
In fast jedem Team gibt es Menschen, die auf Social Media nicht gezeigt werden wollen. Das ist ihr gutes Recht, und es lohnt sich nicht, sie zu überreden. Die Frage ist dann nur, wie der Betrieb trotzdem sichtbar wird: über andere Personen, über die Arbeit selbst, über Räume, Abläufe und Ergebnisse.
Wichtig ist, das offen zu klären. Sonst wird die Frage, wer gezeigt werden darf, zu einem stillen Konflikt, der jede Planung bremst.
Was ich daraus mitgenommen habe
Ich hatte damals angenommen, ein Videokurs reiche schon. Heute weiß ich, dass die richtige Idee im falschen Format einfach nicht wirkt. Das gilt weit über Social Media hinaus: für Schulungen, neue Abläufe und jede Veränderung, bei der Menschen etwas anders machen sollen als bisher.
Wie ich mit solchen eigenen Fehlern umgehe und warum aus jedem eine Regel wird, habe ich in KI lernfähig machen beschrieben. Und warum mehr Aktivität selten das eigentliche Problem löst, steht in Warum dein Marketing nichts bringt, obwohl du ständig etwas machst.
So hilft dir KI dabei
KI kann dir helfen, eine solche gemeinsame Stunde vorzubereiten. Beschreib ihr deinen Betrieb, dein Team und das Ziel, das ihr mit Social Media erreichen wollt. Gib ihr ein paar eurer Beiträge und typische Fragen, die Kunden euch stellen. Dann bitte sie, daraus Gesprächsfragen und Beispiele für die Runde zusammenzustellen.
Die Stunde selbst führst du. Aber die Vorbereitung geht schneller, und die Beispiele kommen aus eurem eigenen Alltag statt aus einem allgemeinen Kurs. Je besser die KI deinen Betrieb kennt, desto passender werden sie. Genau dafür habe ich Claude Brain entwickelt.
Häufige Fragen
Wie motiviere ich Mitarbeiter, Inhalte für Social Media zu liefern?
Indem du gemeinsam klärst, warum es wichtig ist, und feste Zuständigkeiten vereinbarst. Eine Anleitung allein reicht dafür selten.
Muss jeder im Team auf Social Media zu sehen sein?
Nein. Wer nicht gezeigt werden will, kann trotzdem beitragen, etwa mit Fotos von der Arbeit oder mit Antworten auf Kundenfragen.
Sind Videokurse für Teams sinnlos?
Für reines Wissen sind sie gut geeignet. Für Verständnis und Veränderung braucht es das gemeinsame Gespräch.
Kann KI die Social-Media-Beiträge für mein Team schreiben?
Sie kann Entwürfe liefern und aus euren Kundenfragen Themen machen. Das Verständnis im Team dafür, warum ihr das überhaupt macht, bringt sie nicht mit. Ohne dieses Verständnis bleiben auch gute Entwürfe liegen, weil niemand sie freigibt oder ergänzt.
Was braucht dein Team, damit es mitzieht?
Im Sparring finden wir gemeinsam heraus, was dein Team braucht und wie ihr von der Idee in die Umsetzung kommt, an deinem echten Betrieb und Schritt für Schritt.
