KI-Tool bauen aus einer privaten Idee: Wie der Wichtel-Notfall entstanden ist

Titelbild: Mit KI gebaut. Für den Wichtel.

Ende September kam mir beim Spaziergang eine Idee, die mit meinem Beratungsgeschäft nichts zu tun hat. Zwei Wochen später war daraus eine Web-App geworden, die Eltern abends um 23 Uhr aus der Klemme hilft. Gebaut habe ich sie mit KI, an einem einzigen Tag, und genau das hat mir den meisten Spaß gemacht.

In diesem Artikel zeige ich dir, was mit KI heute möglich ist, wenn du eine Idee hast und kein Entwicklerteam. Und ich stelle dir das Tool vor, das dabei herausgekommen ist.

Was du heute mit KI bauen kannst, ohne zu programmieren

Für ein eigenes Tool brauchte man bis vor Kurzem einen Entwickler, ein Pflichtenheft und ein Budget. Heute beschreibe ich, was das Tool können soll, und die KI schreibt den Code. Ich teste, verwerfe, was nicht passt, und lasse nachbessern. Meine Arbeit ist das Denken davor und das Prüfen danach.

So sind in den letzten Monaten einige Dinge entstanden, die ich vorher nie selbst gebaut hätte:

  • eine Website-Diagnose, die eine Seite aus fünf Blickwinkeln prüft und zeigt, was zuerst dran ist,
  • eine KI-Toolbox mit 14 Assistenten für Sichtbarkeit und Positionierung,
  • eigene Erweiterungen für meine Website, die ich früher bei einer Agentur hätte beauftragen müssen,
  • und privat: Ich habe meinen Kleiderschrank abfotografiert und lasse mir daraus Outfits zusammenstellen.

Das jüngste Projekt ist ein Wichtel.

Die Idee: 23 Uhr, und der Wichtel hat noch nichts angestellt

Wer eine Wichteltür hat, kennt das. Ab Ende November oder spätestens am 1. Dezember zieht ein kleiner Wichtel ein, und jeden Abend soll er etwas anstellen, das die Kinder am Morgen entdecken. Die ersten Abende sind leicht. Irgendwann sitzt man um 23 Uhr auf dem Sofa, die Kinder schlafen, und es fällt einem nichts mehr ein.

Ich gehöre selbst zu den Mamas, die ihre Wichtelstreiche nicht von langer Hand planen. Bei mir kommt der Moment abends, manchmal erst mitten in der Nacht: Bis das Kind morgen früh aufsteht, braucht es noch einen Streich.

Genau für diesen Moment habe ich den Wichtel-Notfall gebaut. Die Idee gehört zu meinem zweiten Blog, auf dem es um Familie und Ausflüge geht. Mit Strategieberatung hat sie nichts zu tun, und das war das Schöne daran.

So funktioniert der Wichtel-Notfall

Das Tool stellt dir drei Fragen: Was hast du gerade griffbereit? Wie viel Zeit hast du noch? Und wie frech darf der Wichtel sein? Eine Minute später hast du einen Streich mit Anleitung und dazu den Text für den Zettel, den der Wichtel hinterlässt.

So sieht der Wichtel-Notfall auf dem Handy aus.
  • 124 Streiche sind drin, alle kindgerecht und schnell wieder aufgeräumt.
  • Passt ein Streich nicht, zeigt das Tool den nächsten. Erledigte Streiche kannst du ausblenden.
  • Du kannst es auf dem Handy wie eine App installieren, und es läuft auch ohne Netz.
  • Ein Zugang gilt für bis zu drei Geräte.
Zwei Handys mit dem Wichtel-Notfall: links die drei Fragen, rechts ein Streich mit Wichtelnachricht

Mit KI gebaut, ohne KI drin

Das überrascht viele: Im Tool selbst rechnet keine KI. Die 124 Streiche stehen in einer festen Sammlung, und das Tool wählt aus dieser Sammlung passend zu deinen Antworten aus. Das hat einen praktischen Grund. Um 23 Uhr willst du eine Antwort in Sekunden, auch wenn das Netz im Kinderzimmer schwach ist, und du willst keine Überraschungen.

Die KI war beim Bauen dabei: beim Code, beim Aufbau der Fragen, beim Testen auf verschiedenen Handys. Für den fertigen Ablauf brauchte es sie nicht mehr. Diese Unterscheidung lohnt sich bei jedem Tool, das du planst.

Warum private Ideen die besten Übungsprojekte sind

Bei Kundenprojekten frage ich zuerst nach dem Hebel. Bringt das Tool einen echten Vorteil, oder optimiert es nur etwas, das ohnehin läuft? Diese Frage hat schon dazu geführt, dass ich ein eigenes KI-Tool wieder gestrichen habe.

Bei einer privaten Idee darf ich einfach losbauen. Es gibt kein Briefing und keine Abstimmungsrunde, nur die Frage, ob es am Ende funktioniert. Dabei lernst du nebenbei alles, was du später auch im Business brauchst: wie du der KI eine Aufgabe beschreibst, wie du testest und wann du etwas verwirfst.

Ob sich so ein kleines Tool als Geschäftsmodell trägt, ist eine eigene Frage. Meine ehrliche Einschätzung dazu steht in KI-Tools verkaufen: Was in sechs Monaten noch jemand braucht. Und wenn du mit KI gerade erst anfangen willst, findest du in diesem Artikel einen guten Einstieg.

Den Wichtel-Notfall ausprobieren

Wenn bei dir im Dezember ein Wichtel einzieht, oder wenn du jemanden kennst, bei dem das so ist: Der Wichtel-Notfall kostet einmalig 9,90 € und ist sofort auf dem Handy nutzbar. Alle Infos findest du auf wichtel-notfall.de.

Du hast eine Idee für ein eigenes Tool?

Übrigens: Solche Tools baue ich auch im Kundenauftrag, zum Beispiel eine kleine Web-App für deine Kunden oder ein Werkzeug, das deinem Team eine Aufgabe abnimmt, die jede Woche wiederkommt. Welche Tools in deinem Business stecken könnten, zeigt dir mein kostenloser Tool-Ideen-Generator: Branche eintippen, und du bekommst drei konkrete Ideen, die wir gemeinsam umsetzen könnten. Oder du schreibst mir direkt: Lass uns sprechen, am einfachsten auf WhatsApp.

Häufige Fragen

Muss ich programmieren können, um mit KI ein Tool zu bauen?

Nein. Du musst genau beschreiben können, was das Tool tun soll, und du musst gründlich testen. Den Code schreibt die KI. Schwierig wird es bei der Frage, was das Tool weglassen soll.

Wie lange hat der Wichtel-Notfall gedauert?

Zwischen der Idee und dem fertigen Tool lagen zwei Wochen. Gebaut habe ich es an einem einzigen Tag, mit allen 124 Streichen, dem Bezahlweg und dem Zugang per Code.

Was kostet der Wichtel-Notfall?

Einmalig 9,90 €, und du kannst ihn unbegrenzt nutzen, auch in der nächsten Wichtelzeit. Nach dem Kauf bekommst du deinen Zugangscode per E-Mail, und du kannst ihn auf bis zu drei Geräten nutzen.

Baust du auch Tools für mein Unternehmen?

Ja. Ich frage dabei immer zuerst, welches Problem das Tool löst und ob es sich für dich rechnet. Manchmal ist die Antwort ein Tool, manchmal eine einfachere Lösung. Erste Ideen für deine Branche liefert dir der Tool-Ideen-Generator.

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