Altes Produkt überarbeiten: Was ich in meinem Kochbuch von 2020 gefunden habe

Beitragsbild: 2020 geschrieben. 2026 geprüft.

Mein Bärlauch-Kochbuch ist 2020 erschienen und wurde seitdem als E-Book verkauft. In diesem September habe ich es mir für eine Taschenbuch-Ausgabe noch einmal Seite für Seite vorgenommen. Das Ergebnis war eindeutig: Das Buch passte nicht mehr zu dem, was ich heute abliefere. Nicht, weil es schlecht gemacht war, sondern weil ich inzwischen mehr weiß und andere Ansprüche habe als vor sechs Jahren.

Das Buch ist inzwischen überarbeitet und neu aufgelegt. Die Frage, die ich daraus mitnehme, betrifft aber jedes Unternehmen: Was steht eigentlich in den Dingen, die du vor Jahren gemacht hast und die heute noch für dich verkaufen?

Was bei der Prüfung herauskam

Geprüft wurde Seite für Seite: Passt der Inhalt noch zum Titel, stimmen die Angaben, ist alles auf dem Stand, den ich heute vertreten will. Die wichtigsten Punkte:

  • Der Titel versprach „vegan & vegetarisch“, aber kein Rezept war gekennzeichnet. Wer vegan kocht, musste selbst herausfinden, welche Rezepte für ihn passen.
  • Zum Sammeln und zur Zubereitung von Bärlauch weiß ich heute mehr als 2020. Das gehört ausführlicher ins Buch, als es damals drinstand.
  • Dazu kamen Dinge, die mit der Zeit veraltet sind: Seitenzahlen im Inhaltsverzeichnis, ein Verweis auf meinen Blog unter einem Namen, den es so nicht mehr gibt, und einige Mengen- und Zeitangaben, die sich genauer fassen ließen.

Warum ein Produkt älter wird, ohne dass du etwas tust

Ein fertiges Produkt bleibt stehen, während sich alles drumherum bewegt. Wissen wird genauer, Namen ändern sich, Preise und Adressen auch. Und die eigenen Ansprüche wachsen, sodass ein Text, der vor sechs Jahren gut genug war, heute nicht mehr zu dem passt, was du sonst ablieferst.

Bei einem Kochbuch ist das gut sichtbar. In einem Unternehmen steckt dasselbe in der Leistungsbeschreibung von vor drei Jahren, in der Preisliste als PDF, im Flyer an der Theke oder in der automatischen Mail, die jeder neue Kunde bekommt. Besonders wichtig ist alles, was ein Kunde nach dem Kauf in die Hand bekommt, denn dort prüft er, ob du hältst, was du versprochen hast. Warum gerade diese Stelle so oft übersehen wird, habe ich im Artikel über Angebote, die an der Lieferung scheitern, beschrieben.

Was nach sechs Jahren niemand mehr weiß

Bei der Überarbeitung kam eine zweite Lücke zutage. Warum ich damals bei manchen Rezepten genau diese Menge oder genau diese Backzeit gewählt hatte, wusste ich nach so langer Zeit selbst nicht mehr.

Wo eine Angabe heute anders gehört, wurde sie deshalb auf einen üblichen Wert gesetzt, und jede dieser Stellen ist einzeln aufgelistet. So bleibt nachvollziehbar, was geändert wurde und warum. Ohne diese Liste hätte beim nächsten Mal wieder niemand gewusst, woher eine Zahl kommt.

Das gilt für jedes Unternehmen: Entscheidungen, die nirgends festgehalten sind, muss man später raten.

Überarbeiten ist oft der schnellere Hebel

Die zweite Auflage ist durchgehend vegan, damit Titel und Inhalt eindeutig zusammenpassen. Wo es sich anbietet, steht unter dem Rezept, wie es vegetarisch wird. Neu sind eine eigene Seite zur sicheren Zubereitung und eine ausführliche Übersicht, womit man Bärlauch beim Sammeln verwechseln kann. Das Inhaltsverzeichnis stimmt, und aus 30 Rezepten wurden 29, weil eines sich nicht sauber nachkochen ließ. Von der Prüfung bis zur fertigen Neuauflage als Taschenbuch hat das einen Tag gedauert.

Ein neues Buch zu schreiben, hätte Wochen gekostet. Das alte hatte dagegen schon alles, was ein neues erst mühsam aufbauen muss: einen Platz bei Amazon, Käufer und eine Geschichte. Es brauchte nur jemanden, der genau hinschaut. Genau so verhält es sich mit vielen Unternehmensunterlagen. Der schnellste Hebel liegt oft im Bestand und nicht im nächsten neuen Projekt.

So prüfst du deine alten Produkte und Unterlagen

  • Liste alles auf, was ohne dich weiter verkauft oder informiert: E-Books, Kurse, Leistungsseiten, Preislisten, Flyer, automatische Mails.
  • Sortiere nach Wirkung. Alles, was Sicherheit, Geld oder ein ausdrückliches Versprechen betrifft, kommt zuerst dran.
  • Lies mit fremden Augen. Passt der Titel zum Inhalt? Stehen Namen, Preise, Adressen oder Angebote drin, die nicht mehr gelten?
  • Schreib auf, was du änderst und warum, damit es später nachvollziehbar bleibt.
  • Leg einen festen Termin fest, zum Beispiel einmal im Jahr, und wiederhole die Prüfung.

So hilft dir KI dabei

Das Buch hat meine KI gelesen, Seite für Seite. Sie hat den Inhalt mit dem Titel verglichen, jede Zutat gegen „vegan“ geprüft, die Rezepte auf Stimmigkeit durchgesehen und Rechtschreibung und Seitenzahlen kontrolliert. Das ist genau die Art Arbeit, bei der ein Mensch nach einer Stunde betriebsblind wird.

Zwei Dinge gehören trotzdem dazu. Die KI braucht Kontext: wofür das Produkt steht, was du heute anbietest und welche Regeln für dich gelten. Und fachliche Aussagen, bei denen es um Sicherheit oder Geld geht, prüfst du selbst nach, bevor sie in ein Produkt gehen.

Wie ich meine KI so eingerichtet habe, dass sie meine Produkte und Regeln kennt, steht bei Claude Brain. Wie wichtig der Schritt nach der KI ist, habe ich im Artikel über KI und schlechte Prozesse ausgeführt.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich alte Produkte überprüfen?

Mindestens einmal im Jahr und zusätzlich immer dann, wenn sich Name, Preise, Adresse oder dein Angebot geändert haben.

Lohnt sich eine Überarbeitung, oder ist ein neues Produkt besser?

Wenn die Grundidee noch trägt, lohnt sich fast immer die Überarbeitung. Das bestehende Produkt hat schon Käufer, Verlinkungen und oft Bewertungen, die ein neues erst aufbauen müsste.

Was gehört zuerst auf den Prüfstand?

Alles, was Sicherheit, Geld oder ein ausdrückliches Versprechen betrifft. Tippfehler können warten, eine veraltete Preisangabe nicht.

Kann KI ein altes Produkt überarbeiten?

Beim Prüfen ist sie stark: Sie liest das ganze Produkt, vergleicht Inhalt und Titel und findet Widersprüche, bei denen ein Mensch nach einer Stunde betriebsblind wird. Was drin bleibt und was raus muss, entscheidest du. Jedes Ergebnis prüfst du selbst, bevor die neue Fassung rausgeht.

Deine KI soll deine Produkte kennen?

Mit Claude Brain richtest du dir das System ein, mit dem ich selbst jeden Tag arbeite. Produkte, Regeln und Entscheidungen liegen einmal fest, und jede neue Prüfung baut darauf auf.

Zu Claude Brain →

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